Projekt: Reste von Gestern (Sumobot)

  • So, mal was ganz anderes.

    Hab festegestellt dass der lokale Makerspace auch ein Event veranstaltet, allerdings "Sumobots", also ohne Schaden und nur mit schubsen/heben.

    Naja, mal sehen was ich hauptsächlich aus den Bauteilen, die ich hier noch von vorherigen Projekten und mit ein bisschen drucken zusammenbekomme.

    Da die Zeit zwischen den Kämpfen scheinbar nicht zum Akkus laden reicht (sah auf dem Stream von letzem Jahr so aus), und kein Gewicht für Panzerung/Waffe benötigt wird, gibts unnötig viel Akku.


    Bisher geplant:

    Just cuz 2306.5 @1000kv Motoren für den Antrieb von Bot Spencer (4wd, Zahnräder an Motoren und Rädern als einzige Getriebestufe).

    4s 1100mah Akku (*2) von Triomnio

    4-in-1 60A AM32-ESC von Triomnio

    2205 @2300kv Motoren (*2) von Triomnio (für Propeller um mehr Anpressdruck zu haben)

    2 35kg Servos (die sind tatsächlich neu) für den Liftermechanismus.


    Wahrscheinlich alles völlig übertrieben, aber naja... wenn man keine Panzerung braucht, kann die Elektronik schwerer sein...

    "Spiel mit dem Feuer. Tu es.
    Denn man kann einem Kind hundertmal sagen, die Herdplatte sei heiß. Die Bedeutung wird ihm erst in dem Moment, in dem es trotzdem drauffässt klar.
    So lernt doch jeder für sich selbst, in dem großen Spiel das Leben heißt. Und das Feuer ist einer der anspruchsvollsten, dennoch lohnendsten Mitspieler."

    Ps: Nicht käuflich, aber buchbar

  • So, nachdem von den zwei gelieferten Servos einer so aussah als wenn er schon ein paar Jahre in einem nicht sehr erfolgreichem Bot verbaut gewesen wäre (angerostet, ein Kabel abgerissen, 3 von 4 Schraubenhalterungen abgebrochen, insgesamt ziemlich verkratzt), und ich so spontan keinen genau gleichen Ersatz bekommen konnte hatte ich von Servos die Schnauze voll.

    Das Ding geht zurück, und der Bot wird ohne Servos und entsprechend auch ohne aktive Waffe gebaut.

    So ist jetzt der neue Plan. Wer sich das ganze aus mehr Perspektiven anschauen möchte klickt hier.

    Die Antriebseinheiten sind beweglich gelagert, die gesamte Seitenwand sowie dieser Bügel vorneherum sind über eine Achse hinten gelagert und können sich damit (relativ zum restlichen Bot) um ca. 5° bewegen.

    Im Normalfall "liegt" der Hauptteil des Bots auf diesem Bügel auf, und die Propeller in der Mitte sorgen für zusätzlichen Anpressdruck.

    Damit sollte er sich wie ein ganz normaler vierrädriger Bot fahren. Sollte es aber ein Gegner schaffen unter meine Front zu kommen, würde ich (zumindest erstmal) die Räder auf dem Boden behalten. Da die letzten Jahre wohl alles, was dort angetreten ist ziemlich langsam war, sollte mir das die Chance geben ein Stück zurückzusetzen und es entweder nochmal zu versuchen, oder zur Seite des Gegners herumzufahren.

    Gleichzeitig kann ich aber den Großteil meines Gewichtes auf den Rädern behalten, und ein wenig Anpressdruck auf die TPU-Front bringen, die sich hoffentlich schön an den Boden anschmiegt.

    Eigentlich wären mir hinten herausschauende Räder lieber gewesen, aber wegen der Kreisförmigen Größenbegrenzung (im Bild leicht transparent zu sehen) ergäbe das sehr seltsame Formen und ich wäre auf ziemlich lange Riemen oder dann vier Motoren angewiesen. Hoffentlich klappt es so auch.

    Im Moment ist das ganze auch noch ziemlich untergewichtig, ich kann also einfach noch ein paar dicke Bolzen oder ähnliches irgendwo anbauen um den Bot auszutarieren.


    Fortschritt bisher:

    Das Chassis inkl. TPU-Forks (natürlich hatte ich die Löcher um den Deckel festzuschrauben vergessen... aber Klebeband reicht.)

    Die Antriebseinheit, bereits mit den beiden Motoren verbaut.

    Die beiden Propeller

    Und so werden die dann zusammengesetzt verbaut

    Die Verkabelung bisher... wenn man da einfach einen Akku und die Motoren anstöpselt, drehen sie schonmal! Nur Alles, was so zwischen Akku und Regler gehört (Link, Sicherung, LED, ...) fehlt noch.

    Ein Rad inklusive Gussform für den Reifen

    Und so wäre es dann zum Gießen zusammengebaut. Nur halt noch festschrauben.

    Und so viel lässt sich bisher zusammensetzen.


    Alles außer den Forks soweit aus PLA-ST gedruckt. Richtige Kämpfe würde ich dem Bot nicht zumuten wollen, aber nur rumschieben wenn es nichtmal Wände zum gegenschieben gibt wird der schon aushalten.


    Tjoa, jetzt warte ich auf Kugellager um das eine Rad probeweise zu montieren, und dann hoffentlich noch die restlichen zu drucken, die Reifen zu gießen, ... Und irgendwann zwischendurch löte ich bestimmt noch den Rest.
    Deckel muss ich auch noch drucken, aber da überlege ich gerade ob ich irgendwie auf elegante Art den namen dort reinbekomme oder sowas. Notfalls wird der im Makerspace mit dem riesigen Drucker mit 5 Köpfen gedruckt und dann mehrfarbig.

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    Ps: Nicht käuflich, aber buchbar

  • Hmmmm. Mir kommt gerade so eine Idee. Die haben doch so einen Poller in der Mitte der Arena, oder?

    :/Ob man sich daran "festhalten" darf?

    Darf man.

    Hatte Mal jemand benutzen wollen um einen Ring drüber zu stülpen und sich dann schnell herumzudrehen um den Gegner rauszuboxen.

    Hat aber wohl mäßig funktioniert und war hart an der Grenze zu "keinen Schaden anrichten".


    Außerdem fährt der Poller nach 30 Sekunden runter, und nur wieder hoch wenn wer drüberfährt.

    Ich hätte eigentlich auch noch Lust auf einen swerve Drive gehabt (in alle Richtungen inklusive seitwärts fahren ohne Vorschub einzubüßen).

    Aber das wäre mir jetzt in der verbleibenden Zeit zu kompliziert geworden.

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    Ps: Nicht käuflich, aber buchbar

  • Ich hoffe, die Idee mit dem 'Ansaugen' funktioniert soweit. Bei rundherum gleichen Abstand bestimmt. Aber sobald der Spalt an einer Seite etwas grösser wird, geht die Ansaugwirkung verloren. ( Hängt irgendwie mit dem Venturi-Effekt zusammen. Möchte jetzt aber nicht irgendwelches physikalisches Halbwissen in die Welt setzen ...)

  • Ich kenne das von den kleinen Autos ( Lämge 20cm) die es beim grossen C mal zu kaufen gab. Die können senkrecht an einer glatten Wand herunfahren.

    Hab‘ noch drei Stück davon auf Vorrat. Gedacht war das mal als Kinder- Attraktion im Museum. Als Wettbewerb, wer das andere Auto herunterstoßen kann. Ähnlich wie das die Hirschkäfer machen, wenn sie um Weibchen känpfen

    (Projekt ist noch offen und wird die nächste Zeit wohl nichts....)

    Erkenntnis bei Testfahrten an den Wohnungstüren: Sobald eine kleine ‘Störung‘ erfolgt, kippt die gleichmässige Ansaugung. Das Fahrzeug fährt nur noch in eine Richtung....;)

    Aber: ich will nicht gegen diese Bauweise prophezeien! Nur der Tipp, einen Plan B zu haben, wenn die Dichtlippe nicht genügend Höhendifferenz ausgleichen kann....:saint:

  • Im Moment plane ich tatsächlich noch ohne richtige "Dichtlippe", sondern ganz schlicht damit dass es wie eine umgedrehte Drohne funktioniert.

    Hat dadurch natürlich wesentlich weniger Kraft, aber andererseits kommt mir das verlässlicher vor, und der zusätzliche Anpressdruck ist ja nur "Bonus".


    Es sollte aber relativ einfach sein diesem "Tunnel" in dem die Propeller sitzen unten noch etwas zum abdichten hinzuzufügen. Aber bisher sollen da durchaus so 1-3mm Bodenfreiheit bleiben.


    Genau solche Ungleichmäßigkeiten (speziell sobald ein Gegner doch mal unter den Bot kommt) hatten mir nämlich schon Sorgen gemacht, und da eine Schürze um den ganzen Bot herum platzmäßig schiwerig wurde, lass ich das halt (erstmal) weg.


    Mini-Update übrigens: inzwischen ist auch der Deckel gedruckt, sowie nochmal Forks aus PLA-ST.

    War mir doch unsicher wie "wabbelig" die aus TPU am Ende waren... das hat mir nicht so richtig gefallen. Und nachdem die schwierigkeiten hatten unter eine Rolle Lötzinn zu kommen (von Hand das Chassis dahingeschoben) dachte ich mir das könnte schwierig werden.
    Sobald der Bot fertig montiert ist versuche ich einfach beides, oder vllt. auch eine Mischung aus beiden.

    Außerdem sind heute die Kugellager angekommen. Ich kann also das eine Rad probemontieren und schauen wie das Zahnrad funktioniert. Anschließend hoffentlich die anderen drei samt Gussformen drucken, und morgen oder zum Wochenende dann gießen.

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  • Räder gießen...

    Mal schauen, das erste Mal außerhalb der Arbeit Kunststoff sowas gegossen. Sieht aber aus als könnte es was werden.

  • Tjoa...

    Soweit, so gut und schlecht.

    Die Räder haben zwar eine häßliche Farbe, sehen ansonsten aber ganz gut aus und fühlen sich ordentlich grippig an. Bilder folgen wenn ich mehr Motivation hab.

    Eiiigentlich wäre die Elektronik jetzt auch fertig (abgesehen von der LED).

    Leider wurde das BMS beim einstöpseln schnell sehr heiß, selbst ohne das irgendwas anderes dran hing (am "Ausgang" einfach nur ein leerer Stecker).

    Akku nochmal durchgemessen sowohl Ladegerät als auch Multimeter sagen die Zellen sind ausbalanciert.

    Wird trotzdem heiß obwohl da eigentlich garnichts passieren dürfte.

    Zweiter Akku brachte das gleiche Ergebnis.


    (Deckel passt dank unglaublichem Kabelwust von dem Ding auch nicht mehr drauf, aber das ist für den Bot ja ziemlich egal).


    Naja... keine Ahnung was da los ist, ich mach jetzt erstmal den Rest soweit fertig dass der Bot ohne das Ding fahren könnte und ich eventuelle Designfehler und Fahrprobleme herausfinde.

    Wobei das eigentlich egal ist, denn ohne BMS darf der nicht mitmachen. Hab nur keine Lust mehr mich damit zu beschäftigen.

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  • Bild


    Die LEDs müssen noch auf die Post warten, BEC im ESC (das angeblich garnicht existiert laut Produktbeschreibung) liefert nur gerade so genug Saft für den Empfänger.


    Und: noch 250g übrig. Das reicht um noch ordentlich auszutarieren falls ich vorne oder hinten mehr Gewicht haben möchte.

    Oder für Hardox-Forks, aber ich glaube dann meckern die^^

    Mission für morgen: Deckel passend machen (klassischer Fall von "passt, aber nur wenn ich ihn an seinen Bestimmungsort teleportieren kann"), Lenkung/Mixe besser einstellen, und ggf. TPU vs. PLA forks testen was besser funktioniert.

    Und: Probefahrt wie lange der Akku reicht.


    Ps: Das Batteriemanagementsystem ist komplett rausgeflogen.

    Konnte den Eventorganisator glücklicherweise davon überzeugen dass es in diesem Bot eh nichts bringen würde, da der Regler bereits (einstellbaren) Unterspannungsschutz und Amperebegrenzung hat. Außerdem gibt's noch ne fette 60A-Sicherung.
    Hauptsächlich um den Regler zu schützen, die Akkus können kombiniert angeblich 242A liefern o.0
    Aber da schmelzen mir vorher die Stecker weg.

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  • Hihi...

    Also, der Bot ist soweit "fertig".

    Anführungszeichen, weil der Deckel nur aufgelegt ist, aber... ich glaube das bleibt auch einfach so. Bin jetzt zu faul das zu ändern und es wird ja nur geschoben.

    er fährt wunderbar, und "klebt" sogar an der Wand. An der lackierten Holztür die ich als Test genommen habe rutscht er allerdings langsam runter sobald er sich bewegt.


    Außerdem sind die Schrauben, die Antrieb und Chassis verbinden noch viel zu lang, da müssen kürzere rein um weniger Angriffspunkte zu bieten falls doch mal wer von der Seite kommt.

    Regler muss ich gleich nochmal an den Computer hängen, damit der bei Unterspannung auch tatsächlich abschaltet. Mal schauen ob ich den 4-in-1 Regler überreden kann die Ventilatorkanäle vor den anderen abzuschalten... Bin mir mit der Akkulaufzeit noch immer unsicher, da ich es einfach den Nachbarn nicht antun möchte den Ventilator zwei Minuten lang laufen zu lassen. Viel zu laut das Ding.


    Außerdem ist er noch 200g zu leicht. Da werde ich wohl einfach den (extra zu dick gedruckten) Deckel mal anbohren und reichlich Sand reinkippen bis es passt. Fühlt sich komisch an, aber sollte funktionieren.

    Mini-Update: Fährt sogar an der Decke^^

    Und dann noch das wichtigste: Irgendwo hatte ich noch GRA-Sticker... davon muss da einer drauf.

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    Edited once, last by Runsler (September 30, 2025 at 11:17 AM).

  • So. Akkus voll, Wackelaugen dran, Sticker + Schriftzug angebracht. Immernoch 50g zu leicht und zu lange Schrauben, Deckel ist nur ne "Klemmpassung", aber... das wird schon.

    Bisher fühlt sich "Reste von Gestern" schonmal nach eine Erfolg an. Außer einem BEC nichts an Elektronik verbaut die ich nicht eh da hatte, und trotzdem mit den gegossenen Rädern, Propeller und Reglereinstellungen nochmal einiges neues beim Projekt ausprobiert/gelernt. So darf es gerne weitergehen.


    Und wie er dann funktionieren wird... morgen ab ca. 15 Uhr im Livestream:

    Sumobot Competition No. 4
    🤖 Sumobot Competition No. 4📅 04.10.2025 | 🕒 15:00 Uhr | 📍 MFC 1, Lübeck🎟️ Eintritt frei!Selbstgebaute Roboter kämpfen um die Titel:🔥 BADASS COMPETITOR?...
    www.youtube.com


    Jetzt noch das Nötigste an Werkzeug zusammensuchen, Ersatzräder entformen und Ersatzforks aus dem Drucker holen und alles zusammenpacken.

  • Jap, ich hoffe auch dadurch vllt ein bisschen Werbung zu machen.

    Und als "ganz großer" Traum vllt irgendwann eine Arena und Event für "unsere" Bots dort einrichten zu können... Erstmal egal welche Gewichtsklasse, einfach irgendwas nördlich von Hannover wäre ja schon super.

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    Ps: Nicht käuflich, aber buchbar

  • Ausführlicher Bericht morgen oder so.

    Aber für heute erstmal: Ich hab meinen ersten Pokal und den Gesamtsieg.

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    Ps: Nicht käuflich, aber buchbar

  • Sooo...

    Also, Eventbericht.

    Erstmal vorweg, das ganze Event war technisch wirklich hervorragend vorbereitet. Es gab eine große Leinwand mit Beamer, mehrere Kameras (unter anderem von senkrecht oben auf die Arena, plus mehrere im Raum/von Personen getragene. Kommentator, livestream, was man sich halt so wünschen kann.
    Einziges kleines Manko: als ich dort angekommen bin war mir das Format nicht wirklich klar.

    Es stellte sich dann heraus vier Runden schweizer System ohne Pausen, alle Kämpfe direkt nacheinander. Dann ca. 30 Minuten Pause. Anschließend die Top 8 Bots weiter in die KO-Runde, ebenfalls ohne Pause. Da nur 12 Bots angemeldet waren, und davon sogar nur 10 angetreten sind hieß das im Klartext: mit einem Sieg ist man weiter.
    Ich war dann sehr skeptisch, denn mit meinen vier Motoren hatte ich rechnerisch eine Akkulaufzeit von nur 2 Minuten, und hab den Propeller nur sehr sparsam eingesetzt.

    Außerdem kleiner Schreckmoment: der Bot ist im ersten Versuch nicht durch den Tech-Check gekommen. Das lag einfach daran, dass ich keine Schrauben in passender Länge hatte und zu faul war für zwei Schrauben zum Baumarkt zu fahren. Was solls, stehen die halt hinten ab, der Bot ist eh 20g zu leicht, da brauch ich die jetzt auch nicht absägen. Naja... doch. Denn mit den Schrauben passte er nicht in den 35cm-Kreis. Glücklicherweise hatte jemand ne Metallsäge vor Ort, also noch schnell abgesägt. Dann konnte es losgehen.


    Runde 1: Gegen "Sir Flippalot" vom Team "Die Ritter der Tafelrunde".

    Ein sehr großer Bot, gerade so im erlaubten Limit, mit einem langem, sehr flachem Lifter (der nur in hochgeklapptem Zustand ins Größenlimit passte). Sah eigentlich nur wie ein Klotz mit diesem Lifter dran aus, später mal reingeschaut: 4wd über 4 brushed Getriebemotoren, Räder ziemlich weit innen und mit Sensoren direkt vor den Vorderrädern, die erkennen sollten wenn sich ein Rad dem (farbig markiertem) Arenarand nähert und dann gegensteuern. Spannender Bot, war auch recht zügig unterwegs. Aber die Bluetooth-Funke war alles andere als präzise, und zwischen Funke und Bot war eine merkliche Verzögerung, und das Anschalten/verbinden war zunächst auch eher problematisch.

    Wenige Sekunden im Kampf dann die Erkenntnis: Mein Bot ist viel zu schnell, die Arena zu klein ohne Wände, und ich bin ein zu schlechter Fahrer. Ein kleiner Fahrfehler, Sir Flippalot kam seitlich mit dem Heber unter die Reste von Gestern, und ein kleiner Schubser reichte um die äußeren Räder schon über den Arenarand zu schubsen. Da hat es dann auch nichts mehr gebracht die Propeller anzuschalten, kurz danach ging es abwärts. Freiliegende Räder mit Zahnradantrieb und Netz vertragen sich übrigens nicht gut, es musste dann noch entknotet werden.

    Runde 2: Gegen "Red Heat" vom Team "Nameless Hero".

    Sehr kompakter, kleiner Bot mit aktivem Heber in Form einer Schaufel (erinnerte an Behemoth aus Robot Wars, nur komplett schwarz) , Zweiradantrieb brushed Getriebemotoren, dazu vorne zwei kleine Rollen die scheinbar beweglich gelagert waren, also in alle Richtung rollen konnten. Insgesamt ziemlich agil. Außerdem interessant: An- und Ausschalter bei diesem Bot war der gesamte Akku, der in einem gedrucktem Gehäuse in den Bot "eingeklipst" wurde bzw. wieder herausgezogen. Verbindung über XT60.

    Diesmal etwas vorsichtiger und langsamer gefahren, diesmal direkt den Propeller angeschaltet um mehr Widerstand zu bieten falls ich seitlich auf die Schaufel genommen werde.
    Haken an der Sache: das Fahrverhalten ändert sich natürlich mit dem Propeller. Und weil der so laut ist, hab ich damit quasi keine Probefahrten gemacht. Aber ging soweit, ich hab den gegner sogar vorne auf die Zinken "aufgeladen". Dachte ich. Die angetriebenen Räder sehr weit hinten im Bot hatten aber noch Bodenkontakt. Und als ich dann beschleunigt habe um ihn runterzuschubsen konnte er sich befreien, und ich flog alleine aus der Arena. Wie der Bulle mit dem vorgehaltenen roten Tuch.

    Runde 3: Gegen "GhostCat" vom Team "Magioric".

    Der Bot hatte eine sehr kleine Basis und war sehr hoch, dafür aber erstaunlich stabil. Die Form war eine Mischung aus Katze und Geist, inklusive gedruckter Sense an beweglichem Arm. Diese Sense wurde auch schon erfolgreich benutzt um sie bei einem Gegner "einzuhaken" und ihn dann aus der Arena zu bewegen. Außerdem super bunte LED und andere Glitzereffekte in den Augen, und einen Nebelgenerator im Inneren. Künstlerisch extrem wertvoll, und zu dem Zeitpunkt mit einem Sieg mehr als ich^^

    Jetzt ging es also um alles, ein Sieg musste langsam her um es in die KO-Runde zu schaffen. Außerdem wusste ich inzwischen das es die letzte Runde vor einer Pause war, also brauchte der Akku nicht geschont werden. Propeller an, und gaaaaanz vorsichtig rantasten. Das hat auch so ungefähr geklappt, ich konnte einen Versuch die Sense als Heber zu benutzen durch eine schnelle Drehung abwehren. Anschließend war ich immer wieder unter dem Gegner, da dieser aber ziemlich in der Mitte der Arena war und der Poller, der dort zu Beginn des Kampfes ist und sich anschließend absenkt etwas tiefer als der restliche Arenaboden versenkt ist, blieb ich mit den Forks andauernd dort hängen und konnte den Gegner nicht dort rüber schieben. Ich weiß schon warum ich normalerweise versuche Bots zu vermeiden die auf Ground Game angewiesen sind. Naja, irgendwann ist es dann doch gelungen um diese Mitte herumzukommen. Dann ließ sich der gegner auch wunderbar einfach und schnell wegschieben (und hat dabei den Sensenarm verloren... der war wohl nur angeklebt. Naja, ieß sich mit etwas Sekundenkleber flicken.) Aber vor allem: Sieg! Ich hatte es bis in die KO-Runde geschafft.

    Runde 4: Gegner "Der Lüdde mit der Schübbe" vom Team "Duck Norris".

    Joa, der Name war Programm. Eine große, 3d-gedruckte gelbe Ente, die eine Schaufel in etwa wie einen Schneeschieber "gehalten" hat. Von der Technik hab ich nicht viel gesehen, aber die Ente wurde kurz vor Beginn noch mit Schrauben "gefüttert" um näher am Gewichtslimit zu sein. Die Schaufel hatte in vorherigen Kämpfen sehr gut funktioniert, allerdings war das auch eine ziemlich lahme Ente mit mäßg Kraft hinter den Rädern.

    Beide sind dann vorsichtig um den Mittelpoller herum aufeinander zugefahren und frontal kollidiert. Aber, wie ich erhofft hatte: Forks gegen Wedge gewinnen in der Regel Forks das Ground Game. Nur an der Schaufel ließ sich die Ente aber nicht gut aufladen, sodass ich erstmal knapp am Hauptteil des Bots vorbeigefahren bin und die Ente dabei gut rotiert hab. Leider nicht umgefallen, da hatte ich etwas drauf gehofft. Dann war ich auch schon gefährlich dicht am Rand, mit dem Gegner in der Nähe und weiter zur Mitte der Arena. Glücklicherweise hatte ich mich etwas schneller wieder orientiert und ausgerichtet, sodass ich ihn dann in mehreren kleinen Schubsern über den Rand befördern konnte.

    Dann erstmal 30 Minuten Pause, schnell Akkus laden. Diese wahnsinnigen Dinger von SLS können angeblich mit 10C geladen werden... musste jetzt nicht sein, aber gut zu wissen.

    Viertelfinale gegen Red heat (Wiederholung meines zweiten Kampfes).

    Naja, nicht ganz Wiederholung, denn ich bin ja lernfähig und konnte Bot und Arena inzwischen etwas besser einschätzen.
    Als Folge davon sehr viel langsamer und vorsichtiger gefahren, und hab den Gegner lieber zu mir kommen lassen und die "gefährliche" Kurve um den Poller fahren lassen während ich mich darauf konzentriert hab meine Front auf ihn auszurichten.
    Die Mühe wurde belohnt, im ersten Austausch ist er mit seiner Schaufel frontal auf meine Front gefahren. Leider mit so viel Schwung, dass er auch direkt wieder runter ist und ich nicht von dem Fehler profitieren konnte. Außerdem bin ich wieder an der Mitte der Arena hängen geblieben. Beim nächsten zusammentreffen waren wir dann schräg ineinander verkeilt, scheinbar ist die Schaufel unter die seitlichen Ausläufer des Chassis gekommen, aber mindestens ein paar meiner Forks unter ihn. Daraus hat er sich mit einer schnellen Kurve dann befreit, aber als er neu ansetzen wollte war ich inzwischen auf ihn zugefahren, sodass er in einer noch schrägeren Position gelandet ist. Der nächste Befreiungsversuch hat es nur verschlimmert, und ich bin mit meiner kompletten Front seitlich unter den bot gekommen. Und raus aus der Arena mit ihm!

    Halbfinale gegen Sir Flippalot, Wiederholung meines ersten Kampfes.

    Aber auch hier hatte ich inzwischen dazugelernt. Sobald er in eine Richtung um den Poller gestartet ist, bin ich in die andere mit einem kurzen Spurt am Poller vorbei, sodass ich schräg hinter ihm war. Er drehte sich dann noch rechtzeitig um, aber zu meinem Glück hatte er den Heber aus der senkrechten Startposition (damit der Bot ins Größenlimit passt) nicht direkt nach dem Start heruntergeklappt. Das passierte erst jetzt bei der Drehung, und einen Hauch zu langsam. So landete der Heber auf meiner Front statt dadrunter. Während dieses Manövers hab ich schonmal den Propeller hochgefahren falls er es doch geschafft hätte, da ich mir ziemlich sicher war einen quasi doppelt so schweren Bot hätte er nicht heben können ohne sich selbst anzuheben. War dann im Endeffekt nicht nötig, ich konnte ihn zuerst mit einem kleinen Schubser wegdrehen und dichter an den Arenarand bewegen, und im zweiten Anlauf dann auch aus der Arena schubsen.

    Finale gegen "Soooumi" von Team "Marco".

    Der Bot sah im Prinzip aus wie Beta ind en letzten Versionen bei Battlebots, nur ohne Hammer. Große Wedge um 3/4 des Bots, aber darunter vier Räder (zwei kleine vorne, und zwei große hinten. Ich glaube nur die hinteren angetrieben). Mit erstaunlich viel Power, und wohl möglichst genau so eingestellt, dass die Räder gerade eben NICHT genug Kraft haben um durchzudrehen. Quasi Traktionskontrolle für maximalen Grip. Außerdem eine große platine hochkant hinter der Wedge, und einen Haufen Metallschrott dort wo Beta den Hammer hat, scheinbar als Ballast^^

    Zu Beginn des Kampfes beide sehr vorsichtig und langsam rangetastet, im Prinzip wollte keiner um den Poller herumfahren, also haben wir mehr oder weniger gewartet bis er weg war. Propeller dann auf volle Leistung, war ja der letzte Kampf, und der Regler sollte (wenn ich das richtig hinbekommen hab) die Propeller selbstständig ausschalten wenn noch 15% Akku übrig sind. Das sollte für den Antrieb reichen.
    Beide frontal aufeinander, seine Wedge hatte vllt. 0,5mm Abstand zum Boden. Das hat gereicht um drunterzukommen. Aus dem ersten "aufladen" konnte er sich mit einer Rückwärtsdrehung noch befreien (auch, weil ich mit einem Rad den Poller touchiert hab der noch nicht gaaanz weg war). Er hat es dann geschafft sich wieder zu mir umzudrehen, allerdings mit dem gleichen Ergebnis: aufgeladen und weggeschoben. Und diesmal aus der Arena.

    Und das war's dann, nach einem Start mit zwei verlorenen Kämpfen eine ungeschlagene Siegesserie anschließend.

    Ansonsten natürlich noch reichlich Werbung gemacht, in der Hoffnung dort auch ein paar interessierte für "unsere" Bots anzuwerben.


    Aber der Bot hatte auch noch einige Macken. Abgesehen davon, dass er tatsächlich einfach viel zu schnell für diese Arena war (besonders die Steuerung und erst recht für meine Fahrkünste), wobei sich die meisten erst in den "Funfights" anschließend gezeigt haben.

    1. Die Madenschraube, die das Ritzel auf dem linken Antriebsmotor gehalten hat hatte sich gelöst. Joa... Locktite wäre gut gewesen...
    2. In einem weiterem Schiebeduell hat mich Soooumi tatsächlich wegschieben können trotz laufendem Propeller und obwohl ich unter ihm war. Aber meine Räder haben durchgedreht, seine nicht. Hat reichlich Abrieb erzeugt, aber trotzdem, der Grip scheint noch nicht perfekt. Möglicherweise war auch das gesamte Chassis einfach nicht steif genug, was dafür gesorgt hat das der Bot mit angeschaltetem Propeller in der Mitte auflag und eher weniger als mehr Grip bekommen hat. Würde auch ein bisschen die deutlich zappeligere Fahrweise mit angeschaltetem Propeller erklären.
    3. Die Front irgendwie so gestalten dass Gegner "unendlich weit" hochgeschoben werden können wäre wahrscheinlich hilfreich.


    Naja, für nächstes Jahr mal sehen, entweder ich bin Faul und nehm den gleichen Bot wieder, oder ich bau doch was neues. Suplexer sind schon cool...

    "Spiel mit dem Feuer. Tu es.
    Denn man kann einem Kind hundertmal sagen, die Herdplatte sei heiß. Die Bedeutung wird ihm erst in dem Moment, in dem es trotzdem drauffässt klar.
    So lernt doch jeder für sich selbst, in dem großen Spiel das Leben heißt. Und das Feuer ist einer der anspruchsvollsten, dennoch lohnendsten Mitspieler."

    Ps: Nicht käuflich, aber buchbar

  • Danke für den ausführlichen Bericht. Liest sich wie ein Buch von Ken Follet... (=> "Kino im Kopf").

  • Danke für den ausführlichen Bericht. Liest sich wie ein Buch von Ken Follet... (=> "Kino im Kopf").

    Im Eventthread ist sonst auch der Link zum Stream zu finden, falls es mehr Kino auf Bildschirm sein darf ;)

    Aber ich mag lesen lieber als schauen/zuhören, deswegen wollte ich das auch so anbieten.

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    Ps: Nicht käuflich, aber buchbar