Empfehlung Schweißverfahren/Schweißgerät für Anfänger

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    • beim Stöbern im Netz bin ich soeben über eine homepage gestolpert, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
      Ich kenne den Autor nicht, und ehrlich gesagt auch die Produkte nicht, da ich als Lohnsklave lediglich mit den Geräten unserer Firma (Merkle, Lorch, EWM, Rehm,...) vertraut bin.
      Allerdings klingt das schon ganz gut, was der da so schreibt.

      mannisweldingchannel.com/schutzgas-schweissgeraet-kaufen/
    • Heute wollte ich mal die Böhler EV50-Elektroden ausprobieren.
      Hat leider überhaupt nicht funktioniert. Egal, ob ich die 3.2 oder 4mm-Elektroden genommen habe,
      ich kriege es nicht hin, dass der Lichtbogen zündet. Die Elektroden bleiben einfach am Material
      kleben. Strom habe ich von 80...160 A am Gerät eingestellt, hat nichts großartig geändert.
      Musste dann den Rahmen mit den alten Klöckner-Elektroden schweißen, das hat einwandfrei geklappt.

      Was mache ich falsch ? Ich würde gefühlsmäßig sagen, zu wenig Strom. Kann ich aber leider
      nicht messen, da muss ich mich drauf verlassen, was auf dem Gerät draufsteht. Ist so ein
      Baumarktteil, "Einhell Euromaster CEN 160" steht da drauf, dürfte ich seit ca. 25 Jahren haben.
      Da kann man mit einem Rad zwischen 50 und 160 A einstellen - k.A., welcher Strom da tatsächlich
      fließt.
      Kann es sein, dass ich da ein anderes Gerät brauche ? Wenn ja, was ist halbwegs brauchbar
      ( = für den schmalen Geldbeutel erschwinglich) ?
      Taugen die auf Ebay angebotenen Chinateile was, oder ist das rausgeschmissenes Geld ?

      LG
      -Michael
    • Buchi wrote:

      Heute wollte ich mal die Böhler EV50-Elektroden ausprobieren.
      Hat leider überhaupt nicht funktioniert.

      D.D.Armageddon wrote:

      Sind die Elektroden trocken ?

      Das wäre auch mein Hinweis gewesen. Aktuell sind in der Werkstatt ja niedrige Temperaturen bei hoher Luftfeuchtigkeit. Zu meinen Elektroden-Schweiß-Zeiten hatte ich die Elektroden immer im Heizungskeller gelagert. Die Feuchtigkeit temperte dann aus.
      .
      Interesse an Elektronik für Schaukampfroboter und Kettenfahrzeuge (Fahrtregler, ESC) ? => http://www.Robots.IB-Fink.de

      Leitspruch: "Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe."
    • Ich GLAUBE zumindest, dass sie trocken sind. Die 3.2 mm waren in Vakuumverpackung, dir ich erst aufreißen mußte.
      Die 4 mm waren offen im Karton.
      Maine alten liegen schon seit Jahren in der Werkstatt/Garage rum (unbeheizt), müßten also demzufolge komplett unbrauchbar
      sein.

      Wie kann den die Feuchte (im Mantel der Elektrode) das Zündverhalten (bei neuer Elektrode - blankes Metall vorne) beeinflussen ?

      LG
      -Michael
    • Buchi wrote:

      Die 3.2 mm waren in Vakuumverpackung, dir ich erst aufreißen mußte
      Ok, dann war's das nicht.

      Ich denke, das Verhalten ist so wie bei mir damals: Du machst Kontakt und die Spitze der Elektrode klebt am Metallstück.... und die Elektrode fängt dann an zu glühen, bis man es endlich geschafft hat, die Spitze vom Metall loszurütteln..... ???

      Ich kann mich erinnern, dass es immer ein bißchen geholfen hat, die Elektrode vor dem Kontaktieren mit der Spitze über den Betonboden zu ziehen. Zündete dann irgendwie leichter. Ich hab's mir damals so erklärt, dass am Ende von dem Schweißvorgang die Elektrodenspitze "heiß" ist und deswegen oxidiert. Vor dem nächsten Kontakt also am Betonboden abraspeln, und schon geht das Zünden leichter.
      (Wegen Betonboden: Ich war schon in "Bodennähe", um die Schweller und Bodenbleche vom Auto zu schweißen... damals noch ohne Schutzgasgerät... ;( )
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    • IBF wrote:

      die Elektrode vor dem Kontaktieren mit der Spitze über den Betonboden zu ziehen. Zündete dann irgendwie leichter. Ich hab's mir damals so erklärt, dass am Ende von dem Schweißvorgang die Elektrodenspitze "heiß" ist und deswegen oxidiert. Vor dem nächsten Kontakt also am Betonboden abraspeln, und schon geht das Zünden leichter.
      Das mache ich eigentlich immer, wenn eine "alte" Alektrode nochmal genutzt werden soll - da raspelts halt die verbackenen Reste der
      Schutzschicht weg, so dass das Metall wieder blank zum Zünden da liegt.


      IBF wrote:

      Du machst Kontakt und die Spitze der Elektrode klebt am Metallstück.... und die Elektrode fängt dann an zu glühen, bis man es endlich geschafft hat, die Spitze vom Metall loszurütteln..... ???
      Im Prnzip ja, nur dass die Elektrode eben nicht glüht, sondern bloß warm wird. Vielleicht wackle ich die schneller los...
      Mein Verdacht ist trotzdem, dass der Strom einfach zu gering ist.

      D.D.Armageddon wrote:

      falls Du einen alten Backofen hast, (nicht den in der Küche benutzen, macht keine Freunde) könntest Du die Elektroden vorwärmen
      Das sollte ich auf jeden Fall mal machen. Schaden kanns jedenfalls nichts. Habe noch einen Ikea-Backofen in der Garage, den ich
      für solche Sachen vorgesehen hatte (Bauteile trocknen, Kunststoffe aushärten usw.) - muss den bloß mal irgendwo anschließen.
      Man kann ja dann einfach mal alle Elektroden zusammen über Nacht so beo 110 Grad reinlegen (damit evtl. vorhandene Feuchtigkeit
      in jedem Fall ausgasen kann) - oder gibts da andere Temperaturempfehlungen ?

      LG
      -Michael
    • Buchi wrote:

      sondern bloß warm wird.
      Hm,... das sieht verdächtig aus. Nachdem Du auch ein Elektrolurch bist, tippe ich mal darauf, dass die üblichen Verdächtigen schon gecheckt wurden. (Anschluss Kupferkabel an Masse-Klemme/Lötöse, Elektroden-Klemme abgeschliffen und blank gemacht, so dass "großflächig" geklemmt wird,... 230V-Schuko-Stecker geöffnet und nachgesehen, dass nicht ein Chinesenmädel den 230V-Draht mit Isolierung eingeklemmt hat,...)

      Buchi wrote:

      über Nacht so beo 110 Grad reinlegen (
      Ich weis es wirklich nicht besser :!: , aber > 100°C hat mich etwas erschreckt. Nicht dass das Wasser zu kochen anfängt und dann die Elektrode "sprengt".
      Bisher habe ich in der Prozesstechnik meistens die Zahl "60°C" vernommen. => Wie gesagt, ist nur eine gefühlsmäßige Interpretation.
      .
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    • Ah, gut zu wissen - ich dachte bewusse über 100 Grad, damit sich eben kein Wasser halten kann.
      An die mögliche "Explosion" kleiner eingeschlossener Wassertröpfchen hatte ich dabei jetzt nicht gedacht.
      Gut, dann halt 60 Grad.
      Das finde ich ja grad das Schöne hier, dass man zu verschiedensten Themen Rat bekommt, auch wenn es
      mal nicht direkt um Kampfroboter geht :)

      LG
      -Michael
    • Habe heute noch zwei Kollegen in der Arbeit gefragt - die meinten, wenns mit den 2.5 mm Elektroden geht, und mit den
      stärkeren nicht, dann bringt mein Schweißgerät wohl nicht den nötigen Strom.
      Ich kann mir morgen mal ein professionelles Inverter-Schweißgerät ausleihen, und damit mal testen, ob es besser geht.
      Da haben die Typen unterschiedliche Schweißelektroden dabei, je nachdem ob die Schweißnaht senkrecht oder waagerecht
      geht - soll irgendwas damit zu tun haben, wie dünnflüssig das dann im Schweißbad ist. Naja, ich werds mal probieren - vor
      allem natürlich mit meinen Elektroden. Werde berichten, was dann dabei rauskommt.

      LG
      -Michael
    • Ferndiagnose ist immer etwas schwer, aber ich denke dein Gerät ist hier das problem. Gute Elektroden wie die EV50 brauchen beim Zünden schon ordenlich saft.
      Das hängt mit der legierung der Elektroden zusammen. "Bessere" Schweißgeräte stellen die nötige Leistung beim Zünden bereit. Evtl hat dein Gerät auch nur das Problem, dass es diese Leistung nicht oder nicht
      mehr bereit stellen kann.
    • Samy wrote:

      Evtl hat dein Gerät auch nur das Problem, dass es diese Leistung nicht oder nicht
      mehr bereit stellen kann.
      Obwohl die Antworten schon sehr tiefgreifend gegeben wurden, ist mir noch etwas eingefallen....: Wenn diese Elektroden zum Zünden einen höheren Strom brauchen als die Anderen (ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass es in dieser Richtung bei den Elektroden unterschiede gibt), dann könnte vielleicht auch die 230V-Zuleitung zum Schweißgerät das Problem sein. Immerhin ist jedes Kabel eine Induktivität, die sich bei plötzlichem Strombedarf erst mal dagegen wehrt.
      In der Regel sind die Werkstätten mit längeren Zuleitungen vom Wohnhaus versorgt. Wenn es eine ältere Installation ist, dann auch noch mit 1.5qmm.
      Der Tipp von meinem Haus- und Hofelektriker aus dem Dorf war: Sobald mehr als 20m von der Unterverteilung bis zur Abzapf-Stelle liegen, unbedingt 2.5qmm verwenden.
      Ist laut meiner Erinnerung aus einer EFK-Schulung auch notwendig, um bei Kurzschlüssen dafür zu sorgen, dass der Leitungsschutzschalter in der vorgegebenen/spezifizierten Zeit auslöst. Bei zu dünnen Drähten (oder zu großen Entfernungen) fließt in der Zeiteinheit zu wenig. (Hab' jetzt die Bezeichnung nicht mehr im Kopf..... Irgendwas mit Ampere-Quadrat, eine horrende Zahl jedenfalls.... )

      Kannst Du das Schweißgerät mal probeweise vor der Haustüre aufstellen, möglichst an einer Steckdose in der Nähe der UV anstecken und dort mal einen Test machen? Wenn's dann funktioniert ist das Schweißgerät unschuldig, aber die Leitungsquerschnitte vom Wohnhaus in die Werkstatt sind zu schwach.
      .
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    • So, gestern abend konnte ich testen.
      Hatte mir ja von der Arbeit das neue Inverter-Schweißgerät ausgeliehen, und dazu noch ein Packerl Oerlikon-3.2mm-Elektroden (lagen halt daneben)

      Als Erstes noch mal Test mit meinem alten Gerät: Eine Bremsscheibe als "Opfer" im Schraubstock eingespannt, um dann da einfach mal ein
      paar Raupen draufzuschweißen.
      Test mit ca. 100 A und der 2.5mm-Elektrode, die bei mir immer funktioniert hatte. Geht ganz normal.
      Dann die Klöckner 2.5mm aus meinem Vorrat: Zündet schlecht - mit etwas mehr Strom und ziemlichem Gefummel
      zündet die dann irgendwann und läuft auch - aber jedes Absetzen und neu Zünden das gleiche Drama.
      Dann nur mal interessehalber auf 140 A gestellt und die Oerlikon-Elektrode genommen - zündet drekt und läuft einwandfrei.
      Mit gleicher Einstellung die EV50_3.5 mm - pappt nur an, will nicht zünden. Auch auf max. 160 A hochgedreht, kein Unterschied.
      Gleiches mit der EV50_4 mm.

      So, nun gut nun der Test mit dem geliehenen Gerät.
      130 A eingestellt, die Oerlikon-Elektrode probiert - zündet sofort und legt sich hin wie sie soll.
      Bei gleicher Einstellung die EV50_3.5 probiert - zündunwillig genau wie bei meinem Gerät. Auch wenn ich den Strom immer weiter
      hochdrehe, die will einfach nicht.
      Auch die 4 mm mag nicht.
      Dann nochmal die "alte gute" 2.5 mm bei 100 A - geht auch sofort an.

      Also es liegt wohl definitiv nicht am Schweißgerät, sondern an den verwendeten Elektroden. Ich hatte schon den Eindruck, dass das
      moderne Gerät leichter (idiotensicherer) zündet, aber im normalen Betrieb verhält es sich genauso unauffällog wie mein alter
      Baumarkt-Klopper. Nur lauter, weils nen Lüfter für die Elektronik hat.

      Habe dann mal den "Garagen-Herd" angeschlossen und die beiden Packungen Böhler-Elektroden bei 60 Grad reingelegt. Nach ca. 2 Stunden
      hats dann den FI mal rausgehauen (der Herd steht schon ne Weile in der Garage, hatte sich wohl irgendwo Kondenswasser drinnen gebildet)
      Konnte den aber gleich wieder reindrüclen.
      Muss jetzt heute nachmittag noch ein bißchen weitertrocknen (wie lange dauert das eigentlich ?) Habe die Elektroden in ihren
      originalen Pappschachteln gelassen und sie nicht auf dem Backblech ausgebreitet.
      Kann der Ofen zu bleiben, oder muss man wie beim Jerky-Machen die Tür mit nem Stück Holz einen Spalt offenlassen ?

      Wenn meine Frau heute mittag die Katzen versorgt, dann kann sie den Herd wieder anschalten, bis dahin muss ich halt wissen, wie
      sie es machen soll.
      Dann kann ich am Abend mit den im Sinne des Wortes frischgebackenen Elektroden nochmal testen.

      LG
      -Michael
    • hmm, das Thema Rücktrocknung hängt immer von der Elektrode ab.
      erstes Kriterium ist die Elektrodenart. Eine Rücktrocknung ist glaube ich nur bei basisch umhüllten Elektroden notwendig.
      deine Böhler Evos sind genau solche.
      Die Angaben über die passende Rücktrocknung gibt dann eigentlich immer der Hersteller.
      Anbei mal ein screenshot vom Datenblatt zu deinen Elektroden.
      wenn Du jetzt eine andere Temperatur wählst, dann musst du die Backzeit passend dazu korrigieren.



      Bitte beachte auch die Stromart DC(+), nicht daß es einfach nur daran liegt, und Du dein Gerät umstellen mußt.
    • D.D.Armageddon wrote:

      Bitte beachte auch die Stromart DC(+), nicht daß es einfach nur daran liegt, und Du dein Gerät umstellen mußt.
      hmmm... also mein einfacher Trafo hat sicher keinen Gleichspannungsausgang.
      Bei dem geliehenen Gerät war die Elektrode "+".

      Funktioniert hatte es aber mit beiden nicht gescheit.

      300...350 Grad bei 2 Stunden. K.A., ob der Backofen so weit hochgeht, ich denke die meisten können nur bis 250 Grad.
      Wie muss man das denn Umrechnen ?

      LG
      -Michael

      The post was edited 1 time, last by Buchi ().

    • keine Ahnung wie man das umrechnet, in der Industrie zählt halt die Zeit und die Stromkosten.
      Denke nicht dass es auf die Temperatur ankommt, Feuchtigkeit geht ja auch bei niedrigerer Temperatur aus der Elektrode raus.
      im Privatbereich würde ich jetzt einfach mal anschalten und laufen lassen und dann sobald ich der Meinung bin, daß trocken, oder daß keine Zeit mehr :) dann testen
    • Ich hab die mal mit ca 200 rückgetrocknet, warn auch nur 1-2 Stunden. hier komts auch auf den Grad der Feuchtigkeit an, ist sie richtig nass oder merkt man kaum was. Das macht schon nen unterschied.
      Ebenso ist es bei vielen Hochlegierten Elektroden, dass sie etwas schwieriger zünden.

      3.5 und 4mm, das sind schon Hausnummern. Ich denke hier hapert es wirklich mit dem Anlaufstrom. 2 oder 2.5 wären da wsl die bessere Wahl bei deinem Gerät. Ich selbst verwende auch nur selten größeres.
      Die Infos für welche Materialstärke ist dabei nebensächlich. Die Faustformel das man ca 4mm ab 6mm nimmt ist eher für die Industrielle fertigung relevant. Das man mit genug Power auch ein tiefes Schelzbad hat.
      Das erreichst mit ner 2 oer oder 2.5er auch, nur kommst du eben nicht so weit. Ich hab sogar 8mm mit ner 2.5er zusammengebraten. Brauchst halt mehr, aber wir machen auch keine Meterlangen Nähte.