Hochstromsimulator ?

  • Soso, irgendwie werd ich das Hirngespinst irgendwann mal einen Heavy zu basteln nicht los.
    Ein Problem dabei sind wohl die Fahrtregler.
    Aus Kostengründen bin ich allerdings nicht bereit Geld (schon garnicht soviel) für Regler á la Kees und dergleichen auszugeben.
    Also müssen, auch wenn die Steuerung schlechter wird, Relais her.
    Die von der Leistung her passenden Teile könnt ich zwar günstig bekommen, allerdings gefällt mir weder die Größe noch das Gewicht.
    Eine Alternative dazu (auch noch Kostengünstig) wäre auf jeden Fall für mich die Steuerung (ich find den Link leider nicht) mittels Servo,Motoranschlüsse umpolen, Stichwort Kupferleitpaste und Nutellaeffekt.
    Wisst ihr was ich meine?
    Die Hauptgefahr bei dieser Art von Relais besteht wenn ich mich nicht sehr irre in einem Festbrennen der Kontakte, was durch die Kupferpaste verhindert werden soll.
    Ich hab mir allerdings eine andere Möglichkeit einfallen lassen um das Festbrennen zu verhindern.
    Um das auszuprobieren fehlt mir allerdings etwas:
    Die passende elektrische Last !
    Habe weder die Motoren noch die Akkus um so etwas (Stromstärken von etwa 100A bei 24 V) zu testen.
    Wie kann ich das mit Haushaltsüblichen Mitteln simulieren ???
    Bevor ich mich weiter mit einem Heavy auseinandersetze muss die Steuerungsfrage erst so billig wie möglich geklärt werden, ist schließlich einer der größten Einzelposten in einem Heavy.


    Achja, hier doch noch der Link zu dem passenden Thread:
    http://www.roboteers.org/thread.php?threadid=2946&boardid=4



    Gruß


    Dirk

  • Hmm ich habe noch einen Autoanlasser rumliegen, die Dinger sind echte Stromfresser. Eine handelsübliche Autobatterie kann loker kurzfristig den benötigten Strom liefern.


    Den Motor kannst du haben, ich brauch den nicht mehr, wenn er dir durchbrennt, macht das auch nichts. Habe den Motor auch geschenkt bekommen.


    Gruß Dirk

  • Zu Beginn war ich auch mal Deiner Meinung, dass es doch eine günstigere Lösung (als die teuren Regler) geben muss und hatte mir deshalb bei meinem ersten Bot eine Relais-Variante ausgedacht und eingebaut (ihr erinnert euch =) )...


    ....mit dem Erfolg, dass im Laufe der Probefahrten doch einmal ein Relais festgebrannt ist und der Bot führungslos durch unseren gesamten Garten gefahren ist.
    Alles was sich ihm in den Weg stellte hat er platt gemacht (Steingarten, Hecke, Blumenbeet, Zaun vom Nachbarn).
    Wenn Dir Ärger mit der Frau/Freundin (und den Nachbarn) erspart bleiben soll, verwerfe diese Idee und spare auf "richtige" Regler.


    Mit freundschaftlichem Gruß =)
    Hammer

  • Hammer


    genau das will ich ja ausprobieren, wie das Festbrennen verhindert werden kann (Selbstbaurelais).
    Die Kosten professioneller Regler scheue ich eigentlich weniger, was mich mehr stört ist es
    da etwas einzubauen was ich nicht verstehe und was ich nicht selbst reparieren kann.


    bat_boy


    Auf das Angebot mit dem Motor komme ich gerne zurück wenn es soweit ist.
    Dürfte aber schwierig sein abzuschätzen welcher Strom bei blockiertem Motor fließt oder ?
    Mit meinem Amperemeter werde ich da wohl nicht weit kommen :jeah:


    Gruß
    Dirk

  • Quote

    Mit meinem Amperemeter werde ich da wohl nicht weit kommen


    Doch, aber nicht in der üblichen Bauform eines Multimeters, sondern dazu benutzt man eine Stromzange. Wenn Du mit den Tests loslegst, kann ich Dir meine leihen.


    Wegen "Festbrennen" der Kontakte musst Du bitte bedenken, dass das nicht gleich beim ersten Schuss passiert, sondern irgendwann mal. vor allem, wenn die Relaiskontakte schon ein bißchen was hinter sich haben und sich ein Krater gebildet hat. Oft genügt hinterher ein kleiner Schlag, und die Kontakte lösen sich wieder.... bis zur nächsten Ampere-Orgie. :engel:


    Rein gefühlsmäßig hätte ich eine 12V-Variante mit Relaiskontakte noch für machbar gehalten. Bei 24V wird aber die vierfache Leistung verschmurgelt.... von 36V reden wir am Besten gar nicht erst....


    Soweit ich mich erinnern kann, war mal bei den Heavies eine "Not-Aus"-Schaltung angedacht. Das heißt, dass ein zusätzliches Relais bei der Inbetriebsetzung des Bots durchgeschaltet wird und das ständig angezogen bleibt. Danach folgen im Stromlauf die eigentlichen "Arbeitsrelais", die ständig geschaltet werden und bei denen dann die Kontakte irgendwann kleben bleiben. Im Ernstfall (siehe Hammers beschreibung) kann dann durch den Not-Aus-Knopf an der Fernsteuerung dieses Not-Aus-Hilfsrelais abgeworfen werden und der Bot bleibt stehen, ohne dass man die GSG9 zu Hilfe rufen muss.....
    War da irgendwas mal im Gespräch ? Oder verwechsle ich da was?

  • IBF
    Nettes Angebot mit der Meßzange oder wie das Ding sich schimpft,
    Ich halte allerdings nichts davon solche Sachen hin und her zu schicken.
    Werde mich, falls es akut wird, an einen örtlichen Elektriker wenden.
    Trotzdem Danke.


    bat_boy
    Ein zusätzliches Relais um den kompletten Fahrtstrom
    abzustellen wäre dann mit geplant, falls es funktioniert.
    Ich mag meine Nachbarn und möchte nicht deren Zaun niedermähen =)


    @all
    Wo bekommt man hochflexible Kupferlitze mit 8-10 mm² her? (ca.1m)


    Dirk

  • Hochflexible Kupferlitze mit 8-10 mm² bekommst du bei den örtlichen Car Hifi Händlern oder Mediamärkten.


    Amperezange bis 400 Amps (hoffe es reicht :engel: ) kannst du auch von uns haben, ist vielleicht näher als aus dem Süden =)

  • So, mittlerweile wäre ich soweit ein Eigenbaurelais zu testen.
    Schalten soll es irgendwann einmal einen Motor der Klasse GPA 750 bzw. den recht ähnlichen AEG-Motor.
    Spannung soll bei 24-36 V liegen, die maximale Stromaufnahme bei 200-300 A.
    Ich hab immer noch keine Möglichkeit gefunden diese Ströme zu simulieren.
    Mittlerweile hat sich aber eine ganze Kiste voll NICD-Akkus 1,2 V 1200mAH angesammelt.
    Die wär ich bereit zu verbraten indem ich sie voll auflade und dann über das Eigenbaurelais kurzschließe.
    Wieviele der Akkus müßte ich denn bei 1,2 V parallelschalten um auf die oben genannte Stromstärke zu kommen?
    Weitere Akkudaten hab ich leider nicht.


    Gruß


    Dirk

  • hm... da kräuselt sich ja alles bei mir, wenn ich sowas lese... :engel:


    was wilst du testen? die zeit, bis sich deine kontaktbeläge in einem kräftigen lichtbogen in rauch auflösen??? die liegt im millisekundenbereich...
    wenn du versuchst, ein relais mit 200A zu testen, indem du nen kurzschluss baust, ist das ergebnis nur eines: in sekundenbruchteilen verklebtekontakte, danach wegschmelzen der kontakte, wenn du glück hast... wenn du pech hast, verschweissen kontakte und kontaktfedern auch noch und da du den stromkreis nicht mehr unterbrechen kannst wird folgendes passieren: kabelbrand in den ersten 200ms, danach glühendes kupfer auf dem boden, weil die schwächste stelle (und die muss schon recht dick sein, um überhaupt im normalfall 200A tragen zu können) des kabels einfach wegbrennt... und ein totes relais... =)


    mein rat:
    lass die finger davon... mir sind öfter mal bei 600A die fetten albright-relais in staplern um die ohren geflogen... das ganze ist nicht wirklich lustig!!!

  • Quote

    Original von UnskilledWorker
    was wilst du testen? die zeit, bis sich deine kontaktbeläge in einem kräftigen lichtbogen in rauch auflösen???


    Fast genau das möchte ich testen, nämlich ob die Kontakte das überleben.
    Sicherheitsvorkehrungen sind getroffen, vom Feuerlöscher über Defibrillator bis zum Notarzt.


    Also wieviele von diesen Zellen müsste ich parallel schalten um auf etwa 200-300 A zu kommen?


    Schließlich soll das Ding abrauchen bevor es in einen Bot eingebaut wird.


    Nix für ungut,
    daß sich da bei Fachleuten die Haare kräuseln, da hab ich sogar Verständnis für =)


    Dirk

  • Wir sind mit einem fast blockiertem GPA 750 und Ni-Cds auf ca.110 Amps gekommen bei ca. 20 U/min. Die Spannung brach dabei von 40 Volt Leerlaufspannung auf 18 Volt ein. Der Motor starb danach in der Abkühlphase :engel:

  • Eigentlich gibt es keine leistungsfähigen Kontakte, nur kräftige Relais die den entstandenen Verschmelzungsprozess wieder auseinanderreissen können =)

  • Sorry, ich meinte leistungsfähiges Relais.


    Dann zäumen wir mal das Pferd von hinten auf:


    Wenn ich eine handelübliche Akkuschrauberakkuzelle, NiCd, 1,2V 1200 mAH kurzschließe, wie hoch wäre schätzungsweise der kurzfristig fließende Strom?

  • boah ey... ich seh flatliner schon 50 NiCd's zusammenlöten... :engel:


    mal was anders: wenn du unbedingt hohe ströme testen willst, dann nimm doch einfach ein einstellbares elektroschweissgerät... das ist wenigstens abgesichert, hat dicke kabel, macht 150-200A wenn ich mich recht erinnere und kann die deine kontakte wenigstens ohne explodierende oder auslaufende NiCds zerstören...


    ist zwar ein wechselstrom den die abgeben und ne stromabsenkung bei dauerndem kurzschluss müssten sie eigentlich auch haben, aber ein blick in die datenblätter oder eine frage an die hier anwesenden elektroschweiss-wissenden (rene?) sollte darüber klarheit verschaffen... =)

  • Also daß mit dem Schweißgerät war ne gute Idee,
    mit etwas Glück lässt es sich heute wieder einschalten =) (falls es jemals wieder abkühlen sollte).


    Hab grad mal son bisschen rumexperimentiert und mich langsam von 40 A auf 150 A hochgearbeitet.
    Mich hat etwas überrascht daß die Kontakte bei 150 A nur unwesentlich stärker als bei 40 A festgebrannt sind,
    wobei fest durchaus relativ ist.
    Der Selbstreinigungseffekt bei billigem Rohrleitungskupfer ist jedenfalls sehr gut und der Materialschwund hält sich in Grenzen.
    Von Kupferpaste wie beim Tetanus-Controller kann ich aber nur abraten, das Zeug ist mir explosionsartig um die Ohren geflogen.
    Nebenbei hab ich noch rausgefunden wie man das Zinn aus dem Kupfer rausbekommt =)


    Ich denk mal so ein Eigenbaurelais kann durchaus eine Alternative sein wenn man mit der schlechteren Steuerbarkeit leben kann.


    Die größte Frage für mich ist im Moment:
    Wie lassen sich die Ergebnisse meiner Experimente mit 44-48V Wechselstrom auf Gleichstrom 24-36 V übertragen?
    Dirk