110KG Bot - LOCKDOWN (Austria )

    • 110KG Bot - LOCKDOWN (Austria )

      Ich habe mich nun entschieden die Geheminskrämerei zu unterlassen, und auch meinen Beitrag mit euch zu teilen.
      Wenn ich wo mitmachen darf, dann freut es mich, wenn nicht, ists mir auch egal. Da es mir bei dem bau primär um den Spaß

      und vor allem, um Fertigungstechniken geht, die ich gerne ausprobieren wollte. Noch dazu, habe ich mit Lockdown auch in der Freizeit eine Menge spaß. :D




      Das hier bin also ich und LockDown. Damit ihr auch ein Gesicht zum User habt :)


      Es fing vor gut einem Jahr an als ich wieder auf das Thema Robotwars stieß. Da es für mich überdies keine leichte Zeit war, war dies genau das Richtige um auf andere Gedannken zu kommen. Jobwechsel, eine langjährige Beziehung zerbrach, und als leidenschaftlicher Techniker war ich wieder feuer und Flamme.
      Inspiriert auch durch den unermüdlichen Bauwillen von den Usern hier, allenvoran IceMaster, gabs dann kein halten mehr.
      Ich grub ein altes Projekt aus, es sollte vor X Jahren ein Mittelgewichtbot werden mit elektrischem Crusharm. Was sich aber im Sand verlief. Aber es gab noch den Rahmen.




      So sah es aus, bestimmt schon 7 Jahre alt und lag auf dem Dachbode. Nun war die Zeit gekommen es zu vollenden, aber nun sollte ein Heavy drauß werden, und der Crusharm natürlich mit schwerer Hydraulik.



      Und so wuchs das Projekt. Unermüdlich



      Die Grundidee war ein Crusher, der möglichst Modular sein sollte. Auch was den Aufbau betraf, hatte ich etwas spezielles im Hinterkopf.
      Ein Stahl Mix, ich nenne es hier Hybridbauweise. Hardox, Baustahl, Rostfreier und hochlegierte Stähle.
      Wozu das ganze? Nun es ist schnell erklärt. Ich habe mit solchen Konstruktionen, insbesondere im Bereich der Instandsetzung nach Schäden zu tun. Ich machte die Erfahrung, das diverse Stähle mit ihren Eigenschaften, eingesetzt in den Baugruppen mit verschiedenen Anforderungen, mehr Sinn machen, als eine Konstruktion mit nur ein und dem selben Material. Das Fügen der verschiedenen Stähle, besondern wenn es ums schweißen geht, braucht natürlich besondere Handhabe und stehts die Richtigen Zusätze. Aber da ich damit ohnehin Beruflich zu tun habe, stellte dies kein Problem dar. Die ersten Tests (Biegetest, Drucktests und sogar Beschusstests (in 9mm, .375Mag, 7,62x39 und 7,62x54r waren sehr vielversprechend. [oh du mein schönes Österreich :D ] ) also wurde alles in diesem Sinne gebaut. Wenn gleich es nicht einfach war, aber es ist ein Hobby das Spaß machen soll.




      Fürs erste sollten es auch My1020 Motoren für den Antrieb sein. Aber da ich auch an die Zukunft denke, habe ich mir ein Hintertürchen offen gehalten. Der Antrieb besteht aus Modulen die sich schnell wechseln lassen. So können dann andere Module mit anderen Übersetzungen, Bereifungen und/oder Motoren schnell verbaut und getested werden. Auch wenn sie nach einem Kampf zerstört sind, lassen sie sich in Minuten austauschen.





      Nun fuhr er schon. Anfags mit einer Ragebridge2, später kamen IBF Regler , als Sonderanfertigung. Danke dafür mein Freund!



      Diese sind natürlich ebenfalls auf Modulplatten die schnell gewechselt werden können.
      Da die ersten Fahrtest sehr zufriedenstellend waren, gings nun daran die Waffe fertig zu kriegen.


      Ein Vorteil am Land zu leben, sind hier natürlich die Niederlassungen im Bereich der Landmaschinentechnik.
      Und da einige dieser, zur Firma gehören in der ich Arbeite und sich jeder kennt, kriegt man Sonderwünsche schnell.
      (Und ich habe mich nicht nur einmal in der Leitungslänge vermessen :D )



      Die Pumpe stammt aus einerm E-Stapler. Gesponsort durch meine Firma. (Nun Gut, war auch vom Schrott, hat etwas gedauert Sie wieder zu beleben, auch umgebaut musste sie werden) Aber am Ende hat man eine gute Pumpe mit vielen Neuteilen drin. Ist ja auch was.
      Bilder
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    • Und weiter gehts.




      Nun war die Pumpe drin. Ihr erkennt auch überall Löcher am Rahmen. Diese dienen nicht nur der Gewichtsreduktion. Alles ist mit allem Verbunden.
      PE1000 Bildet die Bodenplatte. Die Idee ist das Lokal auftretende Kräfte über die ganze Konstruktion verteilt werden. Funktioniert soweit auch gut.
      Ausserdem bleibt der Vorteil, dass an stellen die besonderer Belastung ausgesetzt sind, und dies nicht sofort erkennbar ist, später Streben zur verstärkung montiert werden können.

      Die Ersten Waffentests liefern dann auch sehr gut. Eine alte Mercedes Türe wurde zerdrückt. An den Rändern riss das Karosserieblech einfach auseinander. Was mich zur Leistugn bringt. Mit 200Bar bringt der Zylinder knapp 8 Tonnen, durch die Übersetzung bringt er davon fast 6 Tonnen auf die Spitze.



      Hier auch ein Resultat


      Noch aus Hardox 400, 10mm stark, einfach verbogen.
      Die Konstruktion wurde optimiert, die Kraftübertragung verändert.



      Hier half mein Bruder aus, seines Zeichens Ingenier im Fahrzeugbau. Nun hält alles der enormen Kraft stand.
      Jetzt musste auch einmal mein schwerer Fahrersitz aus meinem alten Rover dran glauben. Der war lange lästig genug.





      Annfangs berechnete ich den bau auch mit Bleiakkus. Mit denen habe ich auch die ersten Tests gemacht. Nun kamen aber die Lipos,
      und schwup di wup, hab ich auch ein Gewichtsminus. Hier der Akkusockel, natürlich schwingungsgedämpft.





      Nun war es aber an der Zeit am Rahmen weiter zu arbeiten. Nicht zuletzt da ab September das Wetter mir an jedem einzelnen Wochenende einen strich durch die Rechnung machte. Also war Zeit zum schweißen.




      Der Schild ist ebenfalls ausschwenkbar und besteht aus Hardox500 ( 8mm) und besitzt Deformationszonen. Um sich etwas vor spinnern zu schützen. Die Löcher an der Seite dienen der Montage von Panzerplatten. Verschiedene Materialien und Formen, verleihen dem ganzen etwas modularität.




      Der Obere Teil ist eine Rohrkonstruktion, die sich auch wie eine Motorhaube aufklappen lässt




      Im Moment werden dara halterungen adaptiert, um auch hier verschiedene Panzerplatten auf zu nehmen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Samy ()

    • Das ist er also nun, Lockdown. Fertig natürlich noch nicht, ich denke man ist ohnehin nie fertig.



      Die Ramkeile an den Seiten sind natürlich ebenfalls schnell zu tauschen. Im Moment mach ich mir Gedanke welche Form wohl am besten
      wirkt. Es geht ja darum den gegnerischen Bot auf zu bocken und zu penetrieren. Funktioniert soweit auch mit den Testopbjekten.
      Aber mal sehen was mir noch einfällt.

      Ganz vorne am Rahmen seht ihr auch seitliche löcher, darunter kommen auch verschiedene Keile zum drunter fahren. Je nach Gegner
      wechsel die natürlich. Befinden sich gerade in der Fertigung.

      Ebenfalls fehlt noch die Aufrichtmechanik. Diese wird manuell, ganz ähnlich wie an Razor. Gewicht steht derweil bei gut 95 Kilo. Es ist also noch Luft da dafür. Ebenfalls fehlt der Removable Link und das Bleeding Valve. Das kommt bei Zeiten natürlich hat aber derweil keine Priorität für mich.
      Da die Pumpe ohnehin einstellbar ist mit sicherheitsventil bereits verbaut. Aber ein extra Ventil mit Manometer, möchte ich ohnehin haben.

      Derweil wohnt er nun auch bei mir, da es in meiner Werkstatt sehr kalt wird und ich beobachten musste das die Elektronik enorm beschlägt und feucht wird. Leider ist er kein einfacher Mitbewohner, er knabbert die Möbel an.


      :saint: :whistling:

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    • Hi Samy,

      vielen Dank für den umfangreichen Bericht !

      => Ich habe bei der "Roboteers Galerie" (siehe oberes Menü) bei den User-Pics für Dich ein Verzeichnis angelegt und Dich entsprechend für das Hochladen in dieses Verzeichnis freigeschaltet. Du kannst in Zukunft die Fotos also hier ablegen und dann mit den Berichten im Forum verknüpfen. ;)

      Du hast bei der Mechanik/Pneumatik ja schon viel Arbeit und know-how reingesteckt. Wie Du schon geschrieben hast "fertig wird man nie". Aber wäre natürlich schön, Dein Schmuckstück mal live in einer Arena zu fahren. Dann knabbert er Dir auch nicht immer die Möbel an. :saint:
      Leider sieht's mit uns Südstaatler ja nicht besonders gut aus, was so Events mit einer größeren und gesicherten Arena angeht. Noch dazu in der 110kg-Klasse. (Meine Demo-Arena würde schon beim Aufsetzen des Bots merkbare Verformungen der Bodenplatten annehmen... :D , ist halt für Raptor-Testfahrten ausgelegt und nicht für das 17-fache an Masse)

      Viele Grüße
      Reiner / IBF
      .
      Interesse an Elektronik für Schaukampfroboter und Kettenfahrzeuge (Fahrtregler, ESC) ? => http://www.Robots.IB-Fink.de
    • Hallo,

      krasse Maschine, Respekt!
      In Deutschland wirst du damit nur Demos fahren können.
      Irgendwas vor Publikum zerstören. :D
      Bau doch noch einen Featherweight, dann kannst du am Turnier teilnehmen und zwischenzeitlich deinen Roboter vorführen.
      Wenn du mit dem Kämpfen willst, wird es wohl England werden müssen.
      (Alternativ Russland o.ä., aber da ist England wohl die beste Wahl).
      Warum einfach?
      Wenns auch kompliziert geht??? ;)
    • Schöne Grüße in die Steiermark ;) Vielleicht sieht man sich ja mal bei einem Event - ich hätte unterschwellig ein Sportsman-Beetleweight-Event in OÖ vor. Arena gäbe es auf jeden Fall. Ansonsten: Keep up the good work ;) Bei Elektronik kann ich auch gerne behilflich sein, bei Mechanik glänze ich eher nicht so ;)
    • Alex schrieb:

      Schöne Grüße in die Steiermark ;) Vielleicht sieht man sich ja mal bei einem Event - ich hätte unterschwellig ein Sportsman-Beetleweight-Event in OÖ vor. Arena gäbe es auf jeden Fall. Ansonsten: Keep up the good work ;) Bei Elektronik kann ich auch gerne behilflich sein, bei Mechanik glänze ich eher nicht so ;)

      Schöne Grüße zurück nach Linz!

      Natürlich hoffe ich sehr das wir uns bei nem Event sehen. So viele Österreicher gibts ja wohl anscheinend nicht.
      Bzw könnte ma dann bem Besuch von Events die weiter weg sind , ne Fahrgemeisnchaft bilden. Was einerseits kostengünstiger und weiters auch bestimmt lustiger ist :thumbup: